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Workation

Workation in Tel Aviv - Eine Zwei-Wochen-Reise voller Abenteuer

Workation in Tel Aviv - Eine Zwei-Wochen-Reise voller Abenteuer

Workation
6. Mai 2024 Lesedauer: 6 Minuten
Jessica Kessler

Gerne erzähle ich euch von meiner aufregenden Workation in Tel Aviv im Mai 2023. Die Stadt war der absolute Wahnsinn! Ich habe jeden einzelnen Tag genossen, auch wenn die erste Woche ziemlich beängstigend war zum Glück habe ich meiner Mutter erst nach meiner Rückkehr davon erzählt. Aber dazu später mehr. Lasst mich euch mitnehmen auf diese Reise voller unvergesslicher Erlebnisse!

Warum überhaupt Tel Aviv? Letztes Jahr habe ich für zwei Wochen eine Freundin in Korea besucht und es hat mich fasziniert, in einem Land zu sein, dessen Schrift ich nicht lesen kann. Diese Erfahrung löste bei mir den Wunsch aus, wieder in ein Land zu reisen, welches nicht das lateinische Alphabet verwendet. Die zweite Bedingung war, dass es nicht so weit entfernt sein sollte wie Korea. So bin ich auf Israel gestossen. Ausserdem habe ich während meiner letzten Workation in Buenos Aires meine gute Freundin Nirit kennengelernt, die in Tel Aviv aufgewachsen ist und dort jedes Jahr ihre Eltern besucht. Eigentlich dachte ich, dass sie mir bestimmt einige Tipps geben könnte. Am Ende war sie sogar zur gleichen Zeit in Tel Aviv wie ich :)

Tel Aviv Old Jafa
Bei meiner morgendlichen Joggingrunde sah ich bereits viele Surfer im Meer (Old Jaffa im Hintergrund).

Sonnige Tage und Überraschungen

Meine Ankunft in Tel Aviv war ein richtiges Abenteuer. Schon der Flug dorthin war aussergewöhnlich, mit strengen Sicherheitskontrollen und der Empfehlung, 3,5 Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein - und das war kein Witz! Als allein reisende Frau, die letztes Jahr ein muslimisches Land (Marokko) besucht hatte, fühlte ich mich ein wenig unter die Lupe genommen.

In Tel Aviv erwartete mich Nirit, eine Freundin aus Buenos Aires. Gleich am Anfang unterlief uns ein Missgeschick und wir nahmen den falschen Zug – der perfekter Start für eine lustige Geschichte. Mein Guesthouse war ein Traum: Ein grosses Zimmer mit eigenem Balkon, geteilte Badezimmer, ein atemberaubender Rooftop-Bereich und sogar zwei Imbiss-Buden im Erdgeschoss (einen Einblick davon erhält ihr im Recap-Reel). Hier probierte ich erstmal israelisches Shawarma, bevor wir die Gegend erkundeten. In einer Rooftop-Bar lernte ich, dass Bier in Tel Aviv ein kleines Vermögen kostet!

Tel Aviv Bauhaus
Die Bauhaus-Architektur gefiel mir besonders gut!

Entspannte Tage, Arbeit und Kultur

Die nächsten Tage waren eine Mischung aus Arbeit, Strandbesuchen und kulinarischen Genüssen. Gearbeitet habe ich jeweils nur vormittags und zwar von meinem Guesthouse aus. Die Stadt bot mir die perfekte Balance zwischen Produktivität und Erholung. Das Frühstück bestand meist aus Iced Coffee und köstlichen Zimtschnecken oder Müsli und die Mittagspausen wurden mit Falafels und Hummus und Strandspaziergängen versüsst. Eigentlich habe ich fast jeden Tag am Stand verbracht, da ‘sünnela’ eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist.

Ein besonderes Highlight war der Besuch des Carmel Marktes mit Nirit, wo wir eine leckere Pida mit Kebab und Hühnchen genossen. Nebenbei entdeckten wir einen charmanten Künstlermarkt, der nur dienstags geöffnet ist. Ein Eis von GOLDA rundete die Erkundungstour perfekt ab.

Hummus von Abu Hassan
Das beste Hummus der Welt, von Abu Hassan Restaurant in Old Jaffa.

Unerwartete Wendungen

Doch nicht alles lief nach Plan. Am ersten Mittwoch wurden meine Strandpläne durch Bombenexplosionen bzw. Raketenangriffe unterbrochen und ich musste in einen Bunker flüchten. Der Tag endete früher als erwartet im Hostel, aber ich fand Trost in den neuen Bekanntschaften und den Worten der Einheimischen. Die nächsten Tage waren ziemlich speziell, da immer wieder die Alarmsirenen ertönten, was das Zeichen war, den Bunker (oder in meinem Fall das Treppenhaus) aufzusuchen. Am Freitag um 22 Uhr wurde dann der Waffenstillstand beschlossen.

Weitere Entdeckungen und Abschied

Die restliche Woche war gefüllt mit morgendlichen Joggingrunden, einem Tagestrip nach Jerusalem und zum Toten Meer sowie einem beeindruckenden Shabbat Dinner bei Nirits Mutter. Zudem bin ich das erste Mal einen eScooter gefahren. Die 50-minütige Fahrt führte uns entlang der Standpromenade, durch einen wunderschönen Stadtpark zu Nirit nach Hause. An einem anderen Tag genoss ich den besten Hummus meines Lebens in Old Jaffa, erkundete Flohmärkte und liess mich vom pulsierenden Nachtleben in Tel Avivs Bars und Clubs mitreissen: Ein Technoclub namens Sputnik stand bereits auf meiner Liste und tatsächlich endete der Selina-Pub Crawl dort! Alle anderen zogen weiter in einen anderen Club, aber ich wollte unbedingt dort bleiben und verbrachte den Rest des Abends allein im Sputnik. Der Heimweg war luxuriöse 2 Minuten zu Fuss!

Am zweitletzten Arbeitstag hatten wir eine sehr lange Teamsitzung und ich erhielt viele neue Aufgaben, darunter auch dringende Angelegenheiten, die noch am selben Tag erledigt werden mussten. Ich arbeitete länger als sonst, machte mir aber keinen Kopf, denn unser Motto lautet: "Markenkern ist sehr flexibel - aber du musst es auch sein." Den Nachmittag konnte ich trotzdem wieder am Strand verbringen.

Mittwoch war bereits mein letzter Arbeitstag, denn am Donnerstag war Auffahrt und am Freitag mein Rückflug. Ich ging ein letztes Mal joggen und telefonierte mit einem Kunden, der gerade von seinem Van aus in Portugal arbeitete – wir fühlten uns wie Verbündete. Meine weiteren Pläne waren ein Beach-Nachmittag, das Champions League Halbfinal schauen und ein Wellnesstag mit Frühstücksbuffet mit Nirit.

Floaten im Toten Meer
Das Floaten im Toten Meer mit Nirit war definitiv ein unvergessliches Erlebnis.

Fazit

Mein Aufenthalt in Tel Aviv war eine Achterbahnfahrt der Gefühle und Erfahrungen. Von kulinarischen Entdeckungen über kulturelle Begegnungen bis hin zu unerwarteten Herausforderungen – diese Reise war ein wahres Kaleidoskop an Erlebnissen. Tel Aviv, du warst unglaublich! (Nachtrag: und es bricht mir das Herz, die aktuellen Geschehnisse zu verfolgen und zu wissen, welche Tragödien zum Alltag aller Einheimischen gehören).

Rating (1 = schlecht; 5 = ausgezeichnet)

Unterkunft: 4.5

Co-Work: -

Ort / Stadt: 5

Fun / Aktivitäten: 4.5

Essen / Trinken: 5

Kosten: 3

Overall-Erfahrung: 4.5