Logbau

Logbau bringt den ersten CO2-neutralen Beton der Schweiz auf den Markt

4. MĂ€rz 2022

Die Logbau bringt unter dem Produktnamen KLARK den ersten nachweislich komplett CO2-neutralen Beton der Schweiz auf den Markt. Das in der achten Generation gefĂŒhrte Familienunternehmen Zindel United hat sich zur Aufgabe gemacht, mit ihren Tochtergesellschaften nachhaltige und innovative Lösungen fĂŒr die kommenden Generationen zu erarbeiten. Diese Aufgabe haben der Baustoffhersteller Logbau und der Pflanzenkohle-Produzent INEGA mit KLARK umgesetzt. Das neue Verfahren wurde in intensiver Forschung gemeinsam mit der Fachhochschule OST entwickelt und bereits in der Praxis eingesetzt.

Beton ist nach wie vor der beliebteste, vielseitigste und meistgenutzte Baustoff der Schweiz. Er ist flexibel, einfach zu verbauen und kann einzigartige Designakzente setzen. Aufgrund der CO2-Bilanz steht Beton in der öffentlichen Wahrnehmung allerdings unter Druck. Das Reduktionspotenzial durch die Betonherstellung betrÀgt in der Schweiz gemÀss aktuellen SchÀtzungen ungefÀhr 2,7 Millionen Tonnen CO2. Die Logbau mit Sitz in Maienfeld hat sich zur Aufgabe gemacht, dieses Potenzial zu nutzen, ohne Abstriche bei der Verarbeitung und der MaterialverlÀsslichkeit zu machen. Der Aufwand hat sich gelohnt, entstanden ist der erste wirklich CO2-neutrale Beton der Schweiz.

Beeindruckende CO2-Bilanz

Der Ansatz der Logbau besteht darin, Beton als CO2-Senke zu nutzen, indem Pflanzenkohle beigemischt wird. Das Basisprinzip: Holz lagert auf natĂŒrliche Weise eine betrĂ€chtliche Menge an CO2 ein, welches durch das speziell entwickelte Pyrolyseverfahren dauerhaft in der Pflanzenkohle gebunden wird. So können in der Praxis mehr als 200 Kilogramm CO2 pro Kubikmeter Beton permanent eingelagert werden. Geht man davon aus, dass ein durchschnittliches Einfamilienhaus ungefĂ€hr 120 Kubikmeter Beton benötigt, entspricht dies 24 Tonnen neutralisiertem Kohlendioxid. Zum Vergleich: Das ist in etwa gleich viel, wie ein durchschnittliches Auto in der Schweiz wĂ€hrend 10 Jahren ausstösst.

Gemeinsam mit Ostschweizer Fachhochschule entwickelt

Intensive Forschung und zahlreiche Versuche haben zum Erfolg gefĂŒhrt. Spezialistinnen und Spezialisten der Ostschweizer Fachhochschule OST in Rapperswil haben die gemeinsame Entwicklung von Logbau und INEGA von Anfang an begleitet, die Grundlagenforschung beigesteuert und regelmĂ€ssige Tests durchgefĂŒhrt, um die ideale Rezeptur zu ermitteln.
Das Endprodukt verfĂŒgt ĂŒber gleichwertige Eigenschaften wie herkömmlicher Beton, ist aber komplett CO2-neutral und je nach Rezeptur sogar CO2-negativ, also eine permanente CO2-Senke. Zudem ist der Klimabeton vollstĂ€ndig rezyklierbar. Das Patent fĂŒr den Klimabeton ist bereits angemeldet.
Der SchlĂŒssel dazu ist die fĂŒr Baustoffe entwickelte INKoh-Pflanzenkohle von INEGA. Diese entsteht ausschliesslich aus unbehandeltem Restholz aus regionaler Forstwirtschaft. Logbau kombiniert dieses naturreine Schweizer Produkt mit ihrem Beton und erhĂ€lt so ein innovatives Endprodukt. Erste Tests und Studien haben zudem ergeben, dass der Klimabeton potenziell noch weitere Vorteile bietet, wie reduzierte Schwindrisse, eine effizientere WĂ€rmedĂ€mmung sowie einen besseren Schallschutz. WeiterfĂŒhrende Untersuchungen sind in Planung.

Bereits erste WĂ€nde betoniert

Der neue Klimabeton erfĂŒllt die Anforderungen der gĂ€ngigen Beton-Norm SN EN 206 und kann im Hochbau problemlos eingesetzt werden. FĂŒr Christian Wengi ist genau dies der Erfolgspunkt: «Durch die einzigartige Komposition und LeistungsfĂ€higkeit ist ein Hightech-Baustoff aus natĂŒrlichen Ressourcen entstanden, der die Baubranche im Klimaschutz auf eine neue Ebene hebt. Architekten, Ingenieure und Baumeister mĂŒssen weder in der Planung noch beim Einbau EinschrĂ€nkungen in Kauf nehmen». Der Beweis dafĂŒr sind die ersten WĂ€nde der neuen INKoh-Produktionshalle in Maienfeld, welche problemlos mit dem neuen Baustoff betoniert werden konnten.

Bald schweizweit erhÀltlich

Der neue Klimabeton ist marktreif. «Wir sind bereits mit interessierten Bauherrschaften und Partnern in Kontakt und bauen parallel die industrielle Produktionskette auf» erklĂ€rt Christian Wengi. Aktuell kann Logbau KLARK in GraubĂŒnden, St. Gallen und im FĂŒrstentum Liechtenstein liefern. Mittelfristig soll der Klimabeton durch Partnerschaften und neue INKoh-Produktionsanlagen in der ganzen Schweiz hergestellt und vertrieben werden. Dies erhöht die regionale Wertschöpfung und macht die CO2-negative Innovation ĂŒber die Kantonsgrenzen hinaus verfĂŒgbar.
Dr. Mario Cavigelli, Regierungsrat und Vorsteher des Departements fĂŒr Infrastruktur, Energie und MobilitĂ€t des Kantons GraubĂŒnden, sieht den Klimabeton auch als Beweis fĂŒr die Innovationskraft der BĂŒndner Unternehmen: «Zindel United hat mit Logbau und INEGA gezeigt, wie erfolgreich eine zielgerichtete Kooperation sein kann. Eine hohe Wertschöpfung und Umweltschutz mĂŒssen sich nicht ausschliessen. Dies sichert und schafft ArbeitsplĂ€tze und beweist einmal mehr, dass der Kanton GraubĂŒnden ein Top-Wirtschaftsstandort ist.»

Wie entsteht die Pflanzenkohle?

INKoh-Pflanzenkohle ist ein naturreines Schweizer Produkt, das von INEGA in einem speziell entwickelten Pyrolyseverfahren aus unbehandeltem Restholz aus regionaler Forstwirtschaft hergestellt wird. Sie wird nach den höchsten European Biochar Certification (EBC) Standards hergestellt und kann je nach Produktionsverfahren in der Biolandwirtschaft, als Tierfutterzusatz, im Gartenbau oder in der Wasserreinigung eingesetzt werden. 1 Gramm Pflanzenkohle weist eine innere OberflĂ€che von 400 m2 auf (18 Gramm entsprechen der FlĂ€che eines Fussballfeldes) und kann ein fĂŒnffaches des Eigengewichts an Wasser speichern.

Mehr zu INKoh-Pflanzenkohle: https://inkoh.swiss/

Über INEGA

INEGA ist ein Tochterunternehmen der Zindel United mit Sitz in Maienfeld. Ihre Hauptaufgabe liegt in der Entwicklung und Produktion von INKoh Pflanzenkohle. Seit ĂŒber zwei Jahren wird in Zusammenarbeit mit Hochschulen rund um das Thema Pflanzenkohle geforscht. Verschiedenste Produkte wurden bereits entwickelt und auf den Markt gebracht. INKoh wird beispielsweise fĂŒr die Bodenanwendung und die TierfĂŒtterung eingesetzt. Andererseits belĂŒftet INEGA verdichtete Böden und bringt dabei beladene INKoh-Pflanzenkohle in den Wurzelraum der Pflanzen.

Mehr zu INEGA: https://inega.swiss/

Über Logbau und Zindel United

Logbau AG ist ein innovatives und nachhaltig handelndes Unternehmen in den Bereichen Baustoffe (Kies, Beton, Erdbaustoffe), Entsorgung/Recycling, Transporte (Betonfahrmischer, Mulden, Kipper, Spezialtransporte) und Steinhandel (Gartenplatten, Mauersteine). Rund 80 Mitarbeitende schaffen an 9 Standorten tÀglich Lösungen, die das Leben begleiten. Logbau nimmt in Sachen Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit schon lange eine Pionierrolle ein und gewann 2014 den Umweltpreis Schweiz mit dem Ragazer Erdbeton.
Zindel United ist ein in der achten Generation gefĂŒhrtes Familienunternehmen und hat sich zur Aufgabe gemacht, nachhaltige Lösungen fĂŒr die kommenden Generationen zu erarbeiten. Mit der ĂŒber 210-jĂ€hrigen Geschichte ist das Unternehmen stark in der Region verwurzelt. Die Produkte und Dienstleistungen decken den gesamten Lebenszyklus eines Baus ab: von der Planung und Entwicklung ĂŒber die AusfĂŒhrung bis hin zu Baustoffen und Biomassenbewirtschaftung. Zindel United bietet massgeschneiderte Gesamtlösungen, die innovativ und nachhaltig sind.
Weitere Informationen zu Logbau: https://logbau.swiss/
Weitere Informationen zur Zindel United: https://www.zindel-united.swiss/

 

Der CO2-neutrale Beton wird bereits eingesetzt und besteht den Winter-HĂ€rtetest beim Betonieren der neuen INEGA-Produktionshalle. Bild: Matthias Nutt

 

Das «Geheimnis» hinter dem neuen Baustoff: Hochwertige INKoh-Pflanzenkohle aus ausschliesslich einheimischer Holzwirtschaft. 18 Gramm Pflanzenkohle weisen die gleich grosse innere OberflÀche wie ein ganzes Fussballfeld auf. Bild: Matthias Nutt

Diese und weitere Bilder des Medienanlasses können hier heruntergeladen werden.